Blogtour: Make it count | Interview mit Ally Taylor

Dienstag, November 24, 2015

Ally Taylor hat mit ihrem am 01.10.2015 erschienenen Debütroman "Gefühlsgewitter" und der Geschichte um Katie Williams und Dillen Walker unser kleines Küstenstädtchen Oceanside berühmt gemacht. Wir von "Oceanside Chronicle" wollten wissen, was dahinter steckt und haben die sympathische Erfolgsautorin getroffen. Hier erzählt sie exklusiv über die Zusammenarbeit mit Freundin und Kollegin Carrie Price, spricht über ihren Debütroman und ihrer Liebe zu Oceanside. 

Liebe Ally, zunächst vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben. Zusammen mit ihrer Freundin Carrie Price, die ebenfalls Autorin ist, haben Sie die "Make it count"-Reihe geschrieben. Wie kamen Sie auf die Idee, das Setting genau hierhin zu verlegen? Was hat Sie dabei am meisten an Oceanside fasziniert?
A. Taylor: Oceanside ist einfach perfekt für die "Make it count"-Romane - es ist diese Postkartenidylle, der unnachahmliche Kleinstadtcharakter, die wunderschönen, herrschaftlichen Anwesen, der feinsandige Sand ... wer hier nicht anfängt zu schwelgen, ist mir wirklich suspekt. Carrie und ich lieben dieses Fleckchen Erde mit seinen Pinienwäldern, dem glasklaren Wasser und dem Pier. Was mich am meisten fasziniert ist, dass dieser Ort auch Carries und meiner Fantasie entsprungen sein könnte.

Sowohl die Romane von Ihnen, liebe Ally, als auch die von Carrie sind ineinander abgeschlossen. Jedoch kann es passieren, dass sich ein oder zwei Szenen miteinander überschneiden und z.B. ein Charakter aus Ihrem Roman bei Carrie auftaucht. Wie lief diese kleine Zusammenarbeit ab und wer von Ihnen beiden kam dabei auf die Idee des "Aufeinandertreffens"?
A. Taylor: Carrie und ich sind verwandte Geister. Wir verstehen uns ohne Worte, beenden die Sätze der jeweils anderen. Wer genau die Idee hatte, kann ich gar nicht sagen, weil die meisten Ideen wie bei einem Ping-Pong-Spiel hin und her geschossen werden, bis wir sie richtig gut finden - wer dabei den Anfang macht, ist eigentlich unwichtig. Irgendwoher kommt der erste Funke, und dann sprühen sie nur noch so. Da diese Überschneidungen ein Herzstück der Romane sind, bin ich wirklich froh, dass wir die Idee hatten - vom wem auch immer der zündende Einfall ausging.

Sie haben selber mal erzählt, dass Sie auch gerne direkt nach Oceanside kommen, um zu schreiben, weil Sie sich dann näher am Geschehen fühlen. An welchen Ort ziehen Sie sich dabei am liebsten zurück? Der Pier z.B. ist ja für viele ein beliebter Rückzugsort (zumindest solange dort nicht die legendären abendlichen Partys steigen)?
A. Taylor: Wenn ich hier bin, steige ich entweder im "Main & Carmichael Resort" ab oder ich miete mir ein kleines Haus am Strand - in Oceanside oder in Clearwater Bay. Wenn ich schreibe, will ich das Wasser in Sichtweite haben. Ich will hören, wie die Wellen sich an Land werfen und sich dann wieder zurückziehen. Dieser Klang hypnotisiert mich. Wenn ich im "Main" wohne, muss ich mich um nichts kümmern... dann genieße ich das verdammt gute Essen und den hervorragenden Service, schwimme ein paar Bahnen und lasse mich dann und wann auch gerne mal massieren - die Hot Stone Massage kann ich Ihnen wärmstens empfehlen... Wo war ich? Achja ... manchmal ist es aber auch schön, sich dem Trubel und den Touristen komplett zu entziehen. Als ich "Dreisam" geschrieben habe, hat mir die Einsamkeit am Strand von Clearwater sehr gut getan.

Wie recherchieren Sie für Ihre Romane? Besuchen Sie jeden Ort in Oceanside, der in Ihren Romanen eine Szene/mehrere Szenen hat (z.B. die Oceanside Highschool)?
A. Taylor: Leider kann ich nicht so oft herkommen, wie ich es gerne hätte - zu viele Termine. Daher finden viele Recherchen leider nur in meinem Kopf statt. Da gehe ich dann mein Erinnerungs-Archiv durch und schwelge in den satten Farben. Das schöne daran ist, dass ich mich inzwischen sehr schnell nach Oceanside träumen kann. Wenn ich die Augen schließe (Ally schließt die Augen) dann höre ich das Rauschen des Meeres und rieche den herben Duft der Pinien (sie atmet tief ein)... ich spüre den Wind auf meiner Haut und schmecke die salzige Seeluft (Ally öffnet wieder die Augen). Wenn man es so sieht, bin ich eigentlich immer in Oceanside.

In Ihrem ersten Roman "Gefühlsgewitter" erzählen Sie die Geschichte von Katie Williams und Dillen Walker. Die Beziehung der beiden gleicht tatsächlich einem Gefühlsgewitter, das sich sofort auf den Leser entlädt. Wer war Ihre Inspirationsquelle zu dieser Geschichte? Und - Hand aufs Herz! - wie viel von der leidenschaftlichen Beziehung zwischen den beiden ist echt, und wie viel haben Sie in Ihrer künstlerischen Freiheit erfunden?
A. Taylor: Mit den ersten beiden Bänden, wollten Carrie und ich ganz klassisches "New Adult" schreiben. Wir haben uns Punkt für Punkt an alles gehalten, was ein "NA-Roman" haben MUSS. Das Drama, den Bad Boy, und und und ... ich hatte sehr schnell das Bild einer schüchternen und klugen Protagonistin vor Augen. Katie hat sich mir sofort gezeigt. Und sobald es sie gab, war auch Dillen plötzlich greifbar. Er war Feuer und Flamme, weil er sie von Anfang an wollte. Diese beiden Figuren haben es mir wirklich leicht gemacht. Die Chemie war da und ich musste sie nur noch einfangen. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Meine Romanhelden haben nichts mit mir zu tun - wenn sie mir oder meinen Erfahrungen zu ähnlich wären, könnte ich die Geschichte nicht schreiben. Das alles ist also ein Konstrukt meiner Fantasie. Wobei ich zugeben muss, dass meine Figuren nach einer Weile zum Leben erwachen ... in meinem Kopf sind sie echt. Und dann fühlt es sich seltsam an, sie "erfunden" zu nennen.

Haben Sie selber schon so ein Gefühlsgewitter mit jemandem erlebt?
A. Taylor: Wer hat das nicht? Ich meine, die erste Liebe vergisst man nicht. Genauso wenig wie die ganz große. Bei manchen ist das eine auch das andere. Bei mir war es nicht so. Aber letztlich sind die Gefühle ja dieselben, nur von jedem anders interpretiert. Die einen handeln danach, die anderen ignorieren sie, in der Hoffnung, dass sie verschwinden und wieder andere tun genau das Gegenteil von dem, was sie fühlen. Liebe ist universell. Deswegen schreibe ich auch so gern darüber.

Hat Katie in Ihrem Roman irgendeine Eigenschaft oder einen Spleen von Ihnen, oder ist Katie wirklich Katie, so wie wir sie in Ihrem Roman kennenlernen?
A. Taylor: Katie ist ganz und gar sie selbst. Vielleicht haben meine Helden hier und da eine Prise von mir oder den Menschen in meinem Umfeld... wenn es so ist, dann ist mir das nicht bewusst. Ich denke als nicht: "oh, das nehmen für KT!". Wenn es passiert, ist es das Machwerk meines Unterbewusstseins.

Sie kommen nicht nur zum Schreiben Ihrer Romane her, sondern gerne auch mal privat. Aber gibt es auch Momente, in denen Sie nicht gerne in Oceanside sind?
A. Taylor: Ich liebe, liebe, liebe Oceanside... aber ich glaube, ich liebe es auch deswegen, weil ich nicht immer hier sein kann. Die Sehnsucht entsteht, wenn man sich nach jemanden oder einem Ort verzehrt. Könnte ich immer hier sein, würde ich den Zauber vermutlich irgendwann nicht mehr spüren. Das Wasser wäre nicht mehr das perfekte Türkis sondern einfach nur da. Genauso wie die Sonnenuntergänge am Pier, der Yachthafen oder die wunderschönen Herrenhäuser. Ich lebe sehr gern in New York und ich liebe auch Boston. Diese beiden Städte sind laut und aufbrausend und voller Leben. Zum Durchatmen komme ich hierher und finde so wieder zu mir. Aber dann freue ich mich jedes Mal auch wieder auf das brodelnde Wesen New Yorks. Wenn ich es mir aussuchen kann, nehme ich das Beste aus beiden Welten.

Was ist Ihr absoluter Lieblingsort in Oceanside und was sollte jeder, der hierher kommt gesehen haben? Und jetzt sagen Sie bitte nicht, den Pier oder dass man unbedingt im La Mer essen gehen sollte. Nennen Sie uns Ihren persönlichen Geheimtipp!
A. Taylor: Ich habe tatsächlich nicht nur einen Ort... es gibt so viele. Die kleine Bucht hinter den Angestelltenunterkünften des "Main" ist ein magisches Fleckchen Erde. Aber auch der Strand mit seinem Kino und den Schaukeln. Wenn man dort sitzt, kann man der Sonne dabei zusehen, wie sie langsam ins Wasser taucht. Ich liebe den "Montgomery Park", das ist ein winziger Privatpark mit einem wunderschönen Springbrunnen und alten Holzbänken. Ich wollte ihn für meine Romane verwenden, aber erstens sind die Protagonisten zu jung für so einen Park und zweitens wollten die Eigentümer nicht, dass ich ihn verwende. Ich glaube, sie hatten Angst, dass ich die Sex-Szenen dort spielen lasse. Diese Leute sind doch eher konservativ (Ally lacht). Aber es wäre durchaus ein schöner Platz für so eine Szene gewesen...

Zuletzt: Dürfen wir uns auf weitere Romae freuen, die in Oceanside spielen? Oder werden Sie uns wieder den Rücken kehren und sich auf andere Geschichten konzentrieren? Wird es vielleicht sogar weitere Projekte mit Carrie Price geben?
A. Taylor: Dazu kann ich leider noch nichts sagen. Andrews Geschichte ist aber sicher nicht das Ende von allem ... aber ob Oceanside weiterhin eine Rolle spielen wird, weiß ich nicht. Carrie und ich haben viele Ideen für gemeinsame Projekte... es wird also noch weitere Geschichten geben. Sie werden anders sein, aber bestimmt genauso episch.


ALLY TAYLOR - GEFÜHLSGEWITTER

GefühlsgewitterAls Katie auf der Highschool den mysteriösen Bad Boy Dillen kennenlernt, zieht er sie an wie ein Magnet. Dabei war ihre Welt bisher alles andere als rosarot, denn seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters lebt sie bei ihrer lieblosen Mutter in der Kleinstadt Oceanside. Dillen weckt in Katie eine nie gekannte Leidenschaft, und bald ist sie ihm mit Haut und Haaren verfallen. Obwohl Dillen sich zunächst kühl und abweisend gibt, verlieren sich die beiden in einem Strudel aus wilden Träumen und heißem Verlangen. Doch dann holt die Realität sie ein …

 
DIE "MAKE IT COUNT"-REIHE


Ally Taylor - Gefühlsgewitter | Verlagsseite | zur Rezension
Carrie Price - Gefühlsbeben | Verlagsseite | zur Rezension
Ally Taylor - Dreisam | Verlagsseite | zur Rezension
Carrie Price - Sommersturm | Verlagsseite | zur Rezension
Ally Taylor - Liebesfunken | Amazon | zur Rezension

Anmerkung: Ally Taylor und Carrie Price sind Pseudonyme der deutschen Autorinnen Anne Freytag und Adriana Popescu.

WEITERE STATIONEN DER BLOGTOUR


23.11.2015 Griinsekatzes Leseecke: Oceanside von A-Z
24.11.2015 Elas Leselounge: Interview mit Ally Taylor
25.11.2015 The nerds heart: Interview mit Carrie Price
26.11.2015 Sharon Baker liest: Interview mit Andrew McDougall
27.11.2015 Ankas Geblubber: Abschluss + Ausblick auf "Gefühlsbeben"

Ich hoffe, euch hat das Interview mit der lieben Ally gefallen und sowohl sie als auch ich konnten euch mit unseren Fragen bzw Antworten Oceanside ein bisschen näher bringen. Morgen geht es bei Nadine mit einem Interview mit Carrie Price weiter, in dem ihr noch mehr über Oceanside erfahrt. Viel Spaß!

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6 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    ein sehr schönes Interview. Ich fand es ziemlich witzig und spritzig. Das macht einen gleich noch mehr Lust auf das Buch. Vor allem weil Ocenside Sonne, Strand und Meer verspricht und hier bei uns im Moment alles grau, nass und kalt ist. :)

    Liebe Grüße
    Isabelle
    isabelle.wendler[at]gmx.net

    P.S. auf den anderen Blogs kommentiere ich unter meinem Namen Isabelle W.

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  2. Liebe Ela,
    ein grandioses Interview mit unserer wunderbaren Ally Taylor :)
    Es macht richtig Spaß es zu lesen.
    Liebe Grüße
    Franzi

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  3. Ein tolles Interview! Du machst dich gut als rasende Reporterin vom Chronicle :)

    Liebe Grüße ins Oceanside Headquater
    Diner

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  4. Huhuuuuuuuuu,

    vielen Dank für das tolle Interview :D
    Jetzt bin ich noch neugieriger auf die Bücher :D
    So richtig schön eingekuschelt in der Leseecke,...
    aaaaaaaaah...ok, wo ist mein Amazon, ich halt es nicht aus :P

    Lieben Gruß, Yvonne
    yvonne.rauchbach@freenet.de

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  5. Hallo,

    sehr schönes Interview :)

    LG
    SaBine

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  6. Hallo ,

    Tolles und interessantes Interview . Vielen Dank .
    Es macht Lust auf mehr . Ich bin gespannt wie es weiter geht.

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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