Re-Read | Kerstin Gier - Silber. Das erste Buch der Träume

Freitag, Oktober 23, 2015

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …

MEINE MEINUNG 

" 'Was echt ist und was nicht, kann man in dieser Sache nur schwer unterscheiden', sagte er. 'Und ja - ich glaube, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein.' " 

Vor ca. 2 Wochen ist der Abschlussband der Silber-Trilogie erschienen. Vor ungefähr einem Jahr habe ich den ersten Band der Reihe gelesen und wollte nun - ehe ich mich endgültig Band 2 und 3 widme - mein Gedächtnis noch einmal auffrischen. Und das hat sich allemal gelohnt. Ich finde es absolut toll, was Kerstin Gier hier erschaffen hat, besonders der Korridor der Träume ist einer meiner Favoriten. Ich liebe ihn mit seinen unendlichen Möglichkeiten und vielen verschiedenen Geheimnissen. 

Ein paar Klischees der Gesamtstory sind auch beim zweiten Mal lesen aufgefallen, die die Autorin mit einer humorvollen Art  und sympathischen Charakteren aber wieder zum Ausgleich bringt. Besonders Liv ist nach wie vor ein Charakter, den man sofort mag und mit ihrer mutigen Abenteuerlust und ihrem unausweichlichen Sarkasmus - der immer wieder für Lacher sorgt - gleich ins Herz schließt. Beim zweiten Mal lesen nimmt man jedoch auch einiges anders wahr. Während beim ersten Mal mein Fokus eindeutig auf Liv lag, so habe ich jetzt auch mal die anderen Charaktere etwas beachtet, wie z.B. das Kindermädchen Lottie oder Livs Stiefbruder Grayson, der zwar immer noch um ein gutes Familienverhältnis bemüht ist, aber auch einen regelrechten Beschützerinstinkt gegenüber Liv entwickelt, den ich vorher nicht wahrgenommen habe. Auch Henry habe ich diesmal mehr Beachtung geschenkt und erst jetzt ist mir aufgefallen, wie geheimnisvoll und undurchdringlich er eigentlich wirklich ist.

Man liest die Geschichte anders, weil man sie im Grunde schon kennt. Dann liest man eine Stelle und denkt sich: Achja, das hatte doch mit dem und dem was zu tun. Gleichzeitig fehlten mir manchmal wieder die genauen Zusammenhänge, sodass es doch ein bisschen wie neu lesen war. Man entdeckt Stellen, die einem beim ersten Mal nicht bewusst waren, bei denen man aber jetzt weiß, dass sie eine tragende Rolle spielen. Und auch die Liebesgeschichte, die sich hier langsam anbahnt, sorgt nach wie vor für den Kribbelfaktor.

ABSCHLUSSWORT
Auch beim zweiten Mal lesen ist "Silber. Das erste Buch der Träume" ein Buch, das zum Träumen einlädt. Einiges nimmt man bewusster wahr, vieles wird nochmals in Erinnerung gerufen. Den Spaß und die Lacher hat Kerstin Gier immer noch auf ihrer Seite, die eingebaute Liebesgeschichte kann auch beim nochmaligen Lesen für Kribbeln sorgen. Und vorallem ist Liv Silber immer noch eine Protagonistin, die man gleich ins Herz schließt und bei der man sich regelrecht auf ein Wiedersehen freut.

5/5 Punkte

Fischer FJB - 416 Seiten - Band 1 - eBook - 16,99 EUR

Silber-Trilogie
Band 1: Silber. Das erste Buch der Träume | Band 2: Silber. Das zweite Buch der Träume | Band 3: Silber. Das dritte Buch der Träume

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3 Kommentare

  1. Wirklich ein interessanter zweiter Eindruck. Es ist schon ewig her, dass ich den ersten Band gelesen habe und ich tue mich eher schwer damit, ein Buch nochmal zu lesen, weil ich in der Zeit ja etwas anderes lesen könnte. Vielleicht komme ich ja irgendwann mal dazu ^^

    Liebe Grüße,
    Tinka

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    1. Hallo Tinka,
      ich rereade auch selten Bücher, weil ich genauso denke wie du. Aber manchmal hilft es tatsächlich ein Buch noch ein zweites Mal zu lesen. Wie gesagt man hat einen ganz anderen Blickwinkel. Gleichzeitig wurde mir hier aber auch nochmals gut auf die Sprünge geholfen, denn jetzt kann ich entspannter an die Folgebände rangehen ;)

      Alles Liebe, Ela

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    2. Stimmt, das ist ein Argument ^^
      Viel Spaß bei den nächsten Bänden :)

      Liebe Grüße, Tinka

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