Rezension | Hörbuch: Ally Condie - Cassia & Ky | Band 1 - 3

Freitag, Mai 15, 2015

Cassia lebt in einer absolut sicheren Welt – solange sie sich deren Regeln unterwirft. Als sie sich in den falschen, nicht für sie vom System ausgesuchten Jungen verliebt, gerät ihre Weltsicht ins Wanken. Sie beginnt, das System zu hinterfragen und für ihre Liebe zu kämpfen - doch um welchen Preis? Und welche Rolle spielt ihr Kindheitsfreund und zugewiesener Partner Xander im System?

MEINE MEINUNG
Geschichte & Umsetzung 
Lange bin ich um Cassia & Ky herumgeschlichen, hab es jedoch nie geschafft, die Bücher zu lesen. Mittlerweile ich bin darüber ganz froh, denn meiner Meinung nach hapert es in der Umsetzung dieser Trilogie gewaltig. Der wohl noch überzeugendste Band ist der erste Teil "Die Auswahl". Das erste Buchdrittel passiert nichts wirklich etwas nennenswertes, außer dass man in die eigentlich gut durchdachte Welt der Gesellschaft eingeführt wird, die dabei mit Sachen wie z.B. dem terminierten Todeszeitpunkt sowohl interessant als auch erschreckend zugleich wirkt. Allerdings gab es einfach zu viele Wiederholungen, mit denen die Gesellschaft immer wieder beschrieben wird. Die Liebesgeschichte von Cassia & Ky konnte ebenfalls nicht wirklich mithalten. Zwar war sie teils packend und emotional, wird aber auch hier durch zu viele Wiederholungen und Nebenhandlungen gestört. Der konstruierten Dreiecksbeziehung Cassia-Xander-Ky fehlte der nötige Schwung, was auch daran lag, das Xander, Cassias eigentlicher Partner, trotz kleiner Eifersuchtsszenen die verbotene Liebe von Cassia & Ky einfach hingenommen und teils unterstützt hat. Einzig im letzten Buchdrittel, wird es spannend, als Cassia anfängt zu rebellieren und das System der Gesellschaft immer mehr in Frage zu stellen.
"Die Flucht", der zweite Teil, ist für mich einfach nur ein Lückenfüller. Diesen Teil hätte man sich sparen können und statt eine Trilogie lieber eine Dilogie daraus machen sollen, denn es bietet absolut nichts neues. Das komplette Buch ist viel zu langatmig und langweilig, durchzogen von minutenlangen Monologen der Charaktere und ich hatte ständig das Gefühl, Cassia & Ky kommen einfach nicht vorwärts. Die ganze Story war viel zu glatt, für jedes Problem gab es sofort eine Lösung. Zudem konnte ich keine echte Gefahr ausmachen. Es ist immer wieder die Rede von der "bösen Gesellschaft", die aber nie wirklich präsent war und die Rebellion, das eigentliche Ziel, war irgendwie auch eher Nebensache. Wenn die Liebesgeschichte wenigstens irgendwie spannend weitererzählt worden wäre, hätte es noch Punkte sammeln können, aber nicht mal das war der Fall.
Meine Hoffnung habe ich auf den letzten Band "Die Ankunft" gelegt, aber auch hier wurde ich leider kaum berührt. Die Liebe, die Freundschaft, die Revolution und der Freiheitsdrang waren einfach nicht spürbar. So war es tatsächlich eher reine Neugier, als wirkliches Interesse, den letzten Teil noch zu hören. Auch hier passierte im ersten Drittel nichts erwähnenswertes und die Geschichte war sehr überschaubar. Als Cassia, Ky und Xander wieder aufeinandertreffen, dachte ich, jetzt kommt das große Geheimnis, jetzt wird es gelöst. Doch auch dieses Gefühl ging schnell durch abermals langweilige Mono- und Dialoge und Nebensächlichkeiten vorbei. Der große Umbruch, die Revolution, wurde eher angedeutet, sodass man ihn kaum mit bekommt. Alles in allem ein eher enttäuschender Abschlussband.

Charaktere
Cassia steht gefühlsmäßig zwischen Xander und Ky, und weiß nicht recht, für ihn Herz eher schlägt. Das war die große Frage, um die sich alles drehte. Zwar entwickelt sie sich ein bisschen weiter und beginnt das System in Frage zu stellen, aber eher nur in der Hinsicht, ob die Liebe planbar ist. Erst im zweiten Teil beginnt sie vielleicht auch mal etwas weiterzudenken und nicht mehr so naiv zu sein. Durch die Flucht wird sie dabei ordentlich abgehärtet und lernt selbst zu überleben. Oft fehlte es den Charakteren an Tiefe, Cassias Eltern z.B. die eigentlich im ersten Teil immer präsent waren, wirkten trotz allem immer oberflächlich. Ky ist der Einzige den ich in dem ganzem Spekatel noch irgendwie mochte, allerdings kann ich zu ihm auch nicht so viel sagen. Er hat zwar eine schwere Kindheit mit einem rebellierenden Vater, aber verhielt sich einfach immer ruhig und im Hintergrund um gar nicht aufzufallen. In Band 2 kommen einige neue Figuren hinzu, die allerdings auch sehr schwach bleiben. Statt eine ebenfalls tragende Rolle in der Revolution zu bekommen, bleiben sie aber immer hinter Cassia & Ky zurück und werden letztendlich wieder abserviert, sodass man wieder am Ausgangspunkt ist. Ich habe bei Band 2 und 3 eine Weiterentwicklung erwartet, aber trotz allem blieben die Charaktere immer etwas farblos. Nicht mal Xander, der immer so selbstlos ist und sein Glück nicht zu finden scheint, konnte eher schlecht als recht überzeugen.

Sprecher
Cassia wurde von Josefine Preuß gesprochen. Ich hatte arge Probleme mit ihrer Stimme, die einfach zu mädchenhaft war. Sie war ziemlich emotionsarm und schaffte es kaum Betonung in die Sätze zu legen. Wenn z.B. jemand wütend war, hat sie es einfach nicht geschafft, diese Wut rüberzubringen und mich mitfühlen zu lassen. In den Folgebänden habe ich mich zwar an ihre Stimme gewöhnt, aber so richtig wollte sie für mich nie zu Cassia passen. 
Im zweiten Teil bekommt Ky eine Stimme, gesprochen von Jacob Weigert. Das hat mir im Grunde gefallen und seine Stimme war für mich sehr angenehmen und passte auch zu Ky. Aber auch bei Jacob Weigert musste ich mich sehr konzentrieren aufzupassen, was ich allerdings stark dem Schreibstil der Autorin und der langweiligen Handlung zuschreibe. Dafür hat Jacob Weigert es um einiges besser als Josefine Preuß geschafft, so was wie Emotionen rüberzubringen.
Im letzten Band kommt schließlich auch Xander zu Wort, der vorher immer eher eine Nebenfigur war. Roman Knizka hat Xander dabei ebenfalls gut rübergebracht. Zwar musste ich mich auch hier anfangs an seine Stimme gewöhnen, weil sie irgendwie so tief und in einer Art rauchig war, die im ersten Moment für mich nicht zu Xander passte. Mit der Zeit hätte ich mir aber keine andere Stimme für Xander vorstellen können. Von allen drei Sprechern hat Roman Knizka es meiner Meinung nach am besten gemacht und Xander am besten in Szene gesetzt und Emotionen gezeigt.

ABSCHLUSSWORT
Auch wenn die Zeit der Dystopien schon wieder etwas eingeschränkt ist, greife ich gelegentlich immer noch gerne dazu. "Cassia & Ky" hätte hierbei eine große Rolle spielen und die ganz große Liebe werden können. Die Idee war perfekt, die Umsetzung konnte mich leider gar nicht überzeugen. Zu viele Wiederholungen, endlose Monologe und eine teils kaum wahrnehmbare Handlung, machen diese Reihe für mich zu einer der - und es tut mir leid das zu sagen - schlechtesten Buchreihen, die ich je gelesen bzw. gehört habe. Hätte ich sie gelesen, hätte ich wahrscheinlich schon in Band 1 aufgegeben. Ich bin froh, dass ich die Reihe endlich kenne, aber genauso froh, dass es jetzt auch wieder vorbei ist.

Band 1: 3 Punkte | Band 2: 1 Punkt | Band: 2 Punkte
Gesamt: 2/5 Punkte

Argon - gesprochen von Josefine Preuß, Jacob Weigert und Roman Knizka - ca. 29 Stunden und 39 Minuten - 19,95 EUR

Cassia & Ky
Band 1: Die Auswahl | Band 2: Die Flucht | Band 3: Die Ankunft

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2 Kommentare

  1. Hi Ela,
    ich habe die Bücher gelesen und mir gefielen sie recht gut. Ich finde es sehr interessant, wie du dich mit den Sprechern auseinandersetzt. Je nachdem wie sie das umsetzen, können Hörbücher manchmal mehr hermachen als die Printausgaben oder auch nicht.
    Liebe Grüße
    walli :-)

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    1. Huhu Wallie,
      freut mich, dass sie dir wesentlich besser gefallen haben als mir. Sicher sind bei Hörbüchern die Sprecher sehr wichtig, aber wie gesagt, wenn sie gelesen hätte, hätte ich wahrscheinlich nicht mal bis zum Schluss der Reihe durchgehalten, weil mir leider einfach alles viel zu langatmig und teils langweilig war.

      Liebe Grüße, Ela

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