Rezension | Hörbuch | Kristin Harmel - Über uns der Himmel

Donnerstag, April 02, 2015

Randomhouse Audio | ca. 436 Minuten (gekürzte Lesung) | gesprochen von Rike Schmid | Einzelband | 14,99 EUR

Die junge Kate Waithman lebt mit ihrer großen Liebe Patrick in Manhattan. Eines Morgens geht sie am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug den Himmel durchbricht. Momente später ist das World Trade Center in Rauch gehüllt. Es ist das Gebäude, in dem Patrick arbeitet ...
Dreizehn Jahre später fühlt sich Kate endlich bereit, ihr Herz wieder zu öffnen. Doch dann hat sie einen Traum, der realer scheint als alles, was sie umgibt – von dem Leben, das sie mit Patrick gehabt haben könnte. Während sie versucht, an der Vergangenheit festzuhalten, beginnt Kate zu ahnen, dass es für sie einen zweiten Weg zum Glück geben könnte ...

MEINE MEINUNG
Die Geschichte beginnt sehr bedrückend, denn Kate berichtet von ihren letzten Stunden mit Patrick und wie sie plötzlich zur Witwe wird. Die Bilder vom 11. September und dem World Trade Center waren sofort in meinem Kopf präsent, dementsprechend emotional war der Anfang. Dann springt die Handlung um 13 Jahre weiter, der Terroranschlag rückt etwas in den Hintergrund und man bekommt mit, wie Kate versucht sich mit einem neuen Mann ein Leben aufzubauen. Bis plötzlich diese sehr realen Träume von ihr und Patrick auftauchen. Die Träume verliehen der Geschichte etwas mystisches, gerade auch, weil nie wirklich geklärt wird, woher diese Träume plötzlich kommen. Noch verrückter wird es, als sich Teile der Träume als Realität erweisen und dann will man nicht nur wissen, was es mit den Träumen auf sich hat, sondern wie viel davon auch der Wahrheit entspricht. Kristin Harmel spricht in der Geschichte nicht nur das Thema Liebe sowie Verlust und den Umgang damit an, sondern auch die Musiktherapie und die Arbeit mit gehörlosen Kindern. Die Themen wurden dabei gut recherchiert und ausgearbeitet. Obwohl die Geschichte an der einen oder anderen Stelle etwas vorhersehbar war, konnte sie mich trotzdem berühren und überraschte dann auch mit einem teils unvorhergesehenen Ende.

Mittelpunkt der Geschichte ist Ich-Erzählerin Kate. Sie ist warmherzig, liebevoll und eine Person, die man sofort ins Herz schließt. Sie lebt noch immer etwas in der Vergangenheit, denn sie hat den Tod von Patrick nie richtig verarbeitet. Eigentlich sollte man sich für sie freuen, weil sie einen neuen Mann gefunden hat, aber man merkt ihr schnell an, dass sie sich nicht vollends auf ihr neues Leben einlassen kann. Sie macht eine gute Entwicklung durch, was sie vor allem ihren Träumen zu verdanken hat. Sie zieht die richtigen Konsequenzen daraus, beginnt die Vergangenheit und Patricks Tod endlich richtig aufzuarbeiten und in die Zukunft zu blicken statt in die Vergangenheit. Kates neuer Mann Dan war mir eher unsympathisch, da er sehr oberflächlich wirkte und ich immer das Gefühl hatte er interessiert sich auch nicht richtig für Kate. Im Laufe der Geschichte gibt es einige Nebencharaktere, aber besonders die 14-jährige gehörlose Ellie gewinnt an Bedeutung. Ellie hatte mit ihren jungen Jahren schon einiges mitzumachen. Wirkt sie anfangs noch stur und kratzbürstig, wird sie mit der Zeit zutraulicher und öffnet sich gegenüber Kate.   

Rike Schmid hat eine angenehme Sprechstimme und passt gut zu Kate und meiner Vorstellung. Etwas anstrengend und nervig fand ich allerdings die männlichen Parts, die sie gesprochen hat. Das passte leider nicht ganz so gut und wirkte teils etwas zu gekünstelt. Dafür hat Rike Schmid besonders die weiblichen Stimmen gut interpretiert und obwohl eine Vielzahl an weiblichen Nebencharakteren vorkam, ließ sich immer gut unterscheiden, zu wem die Stimme gehört.

FAZIT
"Über uns der Himmel" ist eine berührende Geschichte über eine Frau, die nach 13 Jahren endlich versucht nach vorne zu blicken und anfängt die Vergangenheit und den schmerzlichen Verlust ihres Mannes aufzuarbeiten. Kristin Harmel hat der Geschichte viel Liebe und Gefühl eingehaucht, was Sprecherin Rike Schmid gut umgesetzt hat und einen die Geschichte mitfühlen ließ. Themen wie Musiktherapie und gehörlose Kinder runden die Geschichte in schöner Weise ab. Einzig mit den gesprochenen männlichen Charakteren hatte ich meine Schwierigkeiten, was jedoch dem Hörvergnügen nur bedingt etwas abverlangt.

4/5 Punkte

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4 Kommentare

  1. Ich kannte das Buch bzw. Hörbuch bislang noch gar nicht, aber deine Rezension klingt wirklich schön. Ich bin mir nur nicht ganz klar, ob die Geschichte wirklich meinen Geschmack trifft. Dennoch packe ich es mal auf meine Wunschliste, denn man weiß ja nie, ne? ;)

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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    1. Ich wusste anfangs auch nicht recht, ob es was für mich ist. Aber dann hat es mir gut gefallen :D einfach mal vormerken, ob du es dann wirklich liest wirst ja sehen :)

      Liebe Grüße, Ela

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  2. Hallöchen Ela,
    eine wirklich schöne Rezension und ich kann mir auch gut vorstellen, dass mir das als Hörbuch auch gefallen würde. Ich persönlich fand das erste Buch von ihr zwar ganz gut, aber nicht so überragend wie andere. So geht es mir hier mit dem Klappentext genauso. ich denke, dass es als Hörbuch ziemlich entspannend sein könnte. :)

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo liebe Lotta,
      als Hörbuch ist es wirklich ganz schön. Ob es mir als Buch gefallen hätte weiß ich nicht, weil ich beim klappentext auch etwas unschlüssig war. Aber als Hörbuch war es echt schön und entspannend :)

      Liebe Grüße, Ela

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