Rezension | Henrike Spohr - Heilbronn 37°

Sonntag, August 31, 2014


Emons  | 254 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 9,99 EUR

Drückende Hitze liegt über Süddeutschland. Tamara arbeitet wie eine Besessene an den Bildern für ihre erste Ausstellung. Doch mit jedem Tag wird das Gefühl, beobachtet und verfolgt zu werden, stärker, denn in ihrer Vergangenheit lauert eine dunkle Bedrohung: »Irgendwann, wenn du nicht daran denkst, werde ich zu dir kommen!« Doch dieses Mal will Tamara kein wehrloses Opfer sein . .

MEINE MEINUNG

"Sie würde ihre Welt rot malen, nur noch diese eine Farbe gelten lassen. Diese Farbe, neben der keine andere bestehen konnte. Rot wie Liebe, rot wie Feuer, rot wie Blut und Hass." S. 132

Jahrhundertsommer in Heilbronn. Und mittendrin Tamara Deile, die kurz vor ihrer ersten eigenen Vernissage steht, mit der sie hofft, endlich den lang ersehnten Durchbruch als Künstlerin zu schaffen. Anders als ihre Bilder ist ihr Leben aber ziemlich dunkel, denn als Jugendliche ist ihr etwas schreckliches zugestoßen. Seitdem leidet sie unter massiven Ängsten. 15 Jahre später könnte ihr Leben perfekt sein - wäre da nicht dieses bedrückende Gefühl, dass da jemand ist, der auf sie lauert. Je stärker dieses Gefühl wird, desto stärker drängt sich auch Tamaras Vergangenheit in ihre Gegenwart ...

Das Buch war von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend. Gerade durch die drückende Stimmung - dunkle Keller und Flure, Gewitterstürme, merkwürdige Geräusche in der Nacht gefolgt von grauenhaften Albträumen - ist es wie ein Spiel mit der Angst. Auch wird die Geschichte dadurch noch rätselhafter, unheimlicher und bekommt ein wenig mystisches eingehaucht. Zudem leidet Tamara sehr oft an schlimmen Flashbacks, in denen sie ihre Vergangenheit immer wieder aufs Neue durchlebt. Das macht die Stimmung noch düsterer und drückender als sie eh schon ist.

Ich war lange Zeit von der Geschichte einfach nur verwirrt und verwundert, wusste nicht recht worauf es hinauslaufen soll. Auch die kleinen, immer wieder versteckten Hinweise haben für mich nicht immer Sinn gemacht und mich nur noch mehr verwirrt. Ich hatte schon Zweifel, dass die Autorin mir ein gutes Ende liefern kann. Aber sie konnte es, denn Henrike Spohr hat mich hier gekonnt aufs Glatteis geführt. Im Laufe des Buches hatte ich nämlich wirklich jemanden anderen im Verdacht. Solltet ihr also zu dem Buch greifen, bitte zu Ende lesen. 

Neben Tamara und ihrem Ehemann Paul Deile kommt noch das Ehepaar Anna und Andreas Ackermann ins Spiel, deren Ehe nicht so harmonisch verläuft, wie die von den Deiles. Der erfolgreiche Anwalt Andreas hat scheinbar was zu verbergen und  seine Frau Anna beschleicht ein komisches Gefühl.  Als dritte wesentliche Person kommt ein Privatdetektiv in der Geschichte dazu, der ganz offensichtlich Tamara auf den Fersen ist und sie beobachtet. Aber warum? Diese drei Handlungen haben mich miträtseln lassen, wer denn nun wie mit wem und warum zusammenhängt.

Das Buch wird aus der dritten Sicht geschrieben. Es ist flüssig zu lesen und hat dabei seine ganz eigene Dynamik.  Die Kapitel sind kurz gehalten, was den Lesefluss zusätzlich verbessert. Die oben erwähnten Flashbacks von Tamara wurden sehr eindrucksvoll beschrieben, sodass der Gänsehautfaktor an einigen Stellen schon vorprogrammiert ist. Die Autorin beherrscht zudem unglaublich gut die bildhafte Sprache und die Verwendung von Metaphern.

FAZIT
Ein zunächst verwirrendes Buch, dass mit einem guten und überraschenden Ende, starken Charakteren  und einiger falsche Fährten zu überzeugen weiß. Henrike Spohrs Debütroman lässt einen nicht mehr los, bis man ihn gelesen hat und dem Geheimnis auf die Spur gekommen ist. Von dieser Autorin kann man sicherlich auch zukünftig gute Romane erwarten.

4/5 Punkte 

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2 Kommentare

  1. Hallo Ela, vielen Dank für deine tolle Rezension! Ich freue mich sehr, dass dir mein Debüt gefallen hat. Liebe Grüße, Henrike. :-)

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  2. Hallo liebe Ela,

    ich habe dieses Buch vor kurzem auch erst gelesen und rezensiert und ich hoffe, es ist für dich okay, dass ich deine Rezension in meiner unter der Überschrift “Weitere Rezensionen zu vorgestelltem Buch” verlinkt habe? Falls nicht, melde dich einfach kurz bei mir und ich lösche dich auf der Stelle raus, ja? ;)
    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/08/rezension-heilbronn-37-henrike-spohr.html

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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