Rezension | Bibo Loebnau - Schorsch Clooney, die Landluft und ich

Freitag, Mai 16, 2014

Schorsch Clooney die Landluft und ich 
Es pfeift! Keineswegs anerkennend hinter ihr her, sondern schrill in Inas linkem Ohr: stressbedingter Hörsturz. Die Klatschreporterin muss dringend raus aus dem Moloch Berlin samt Promis und Premieren und rein in die Pampa – nach Bienensee in der Mark Brandenburg. Doch dort lauern nie gekannte ländliche Herausforderungen: wortkarge Traktorfahrer, übermütige Bernhardiner und stechwütige Mücken. Wie soll Ina denn da Ruhe finden? Und wie eine neue Skandalstory, mit der sie ihre Rivalin in Berlin in die Schranken weisen kann? Als Silberstreif am märkischen Horizont taucht plötzlich der vermeintlich schwule Popsänger Patrick Holmes inkognito in Bienensee auf – und dann betritt auch noch Schauspieler und Frauenliebling George C. auf der Suche nach einem Drehort die dörfliche Bäckerei …

MEINE MEINUNG
Ina braucht Ruhe! Das sagt der Arzt ausgerechnet einer viel beschäftigten Chefreporterin. Der Hörsturz und das damit verbundene Piepen im Ohr sind aber eindeutig an Zeichen dafür, dass Inas Körper nicht mehr kann. Kurzerhand fährt sie nach Bienensee in das Ferienhaus ihrer Freundin, um sich dort die verordnete Ruhe zu gönnen und schnell gesund zu werden. Als wäre die Umstellung nicht schon genug, wird Inas Aufenthalt durch den Dialekt der Einwohner erschwert, weshalb sie sich vollkommen fehl am Platz fühlt. Besonders lustig und damit schon fast sympathischer als Ina, war mir Simone, die Inhaberin der Dorfbäckerei die mit ihrer Berliner Klappe kein Blatt vor den Mund nimmt. Die anderen Charaktere wie Bauer Herbert (Inas Nachbar) und sein Enkel Felix waren dabei auf ihre Art ebenfalls liebenswert. Ina fällt es aber trotzdem sehr schwer abzuschalten und sich die Ruhe zu gönnen. Handy und Laptop sind immer parat, auf der Suche nach einer neuen Schlagzeile, mit der Ina ihren Job sichern und damit ihre Konkurrentin Frauke in die Schranken weisen kann. Doch was soll man in einem kleinen Einwohnerdorf für eine Schlagzeile finden? Was passiert in Berlin und in der Redaktion ohne ihr Wissen? 

In diesem Roman geht es natürlich zuerst um die Umstellung von der Großstadt aufs Land. Allerdings spricht die Autorin auch hier das Thema Stress im Job an, dass man immer funktionieren muss, bloß keine Auszeit nehmen und falls man die Auszeit doch mal braucht, wie schnell die Gefahr besteht, ersetzt zu werden. Dass Ina als VIP-Journalistin da um ihren Job bangt und selbst versucht auf dem Land eine gute Story zu finden, ist vielleicht nur verständlich. Das Thema hat die Autorin hier gut verpackt. 

Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen sehr einfach und verständlich. Überraschenderweise ist das Buch aus der Sicht eines Dritten geschrieben. Ina erzählt uns die Geschichte also nicht selber. Während wir Inas Ruhe auf dem Land miterleben, wirft die Autorin einige Sequenzen aus Inas Berufsleben ein, wodurch man sicherlich einen guten Einblick in die Medienwelt bekommt, auch wenn einiges vielleicht zu übertrieben erscheint. Jedoch war mir das Buch an einigen Stellen einfach zu lang gezogen, sodass ich manchmal nicht wirklich Lust hatte, weiterzulesen. Gerade der Anfang war für mich sehr holprig und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das Buch als einigermaßen interessant empfunden habe. Auch mit den eingebauten Dialekten hatte ich einige Probleme. Gut, der Berliner Dialekt ist für mich als gebürtige Berlinerin natürlich kein Problem und auch so, ist dieser bestimmt einigermaßen verständlich. Als dann aber auch noch Sächsisch hinzukam, wurde es etwas kritisch. 

ABSCHLUSSWORT 
Ich bin nicht genau sicher, ob dieses Buch unbedingt für meine Altersklasse gedacht ist, vielleicht sollte man da ein oder zwei Generationen höher gehen?  Zwar konnte ich mich mit dem Umzug von Berlin nach Brandenburg (und damit von der Großstadt auf's Land) gut identifizieren, einige Sachen stimmten sogar, der große Überraschungseffekt blieb in dem Buch bei mir aber leider aus. Das Buch hatte mir persönlich teils einfach zu viele Längen und durch den sächsischen Dialekt habe ich leider nicht immer alles verstanden, was vielleicht lustig gewesen wäre. Für ein verregnetes Wochenende ist das Buch aber schon akzeptabel 

3/5 Punkte 

Books2Read - ca. 323 Seiten - März 2014 - Einzelband - eBook - 6,99 EUR

Danke an Books2Read und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!

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