Rezension | Cecelia Ahern - Ich hab dich im Gefühl

Freitag, März 21, 2014

Joyce überlebt nur knapp einem Unfall und weiß, dass sie ab jetzt anders Leben will. Doch irgendetwas ist seltsam: Sie kann auf einmal fremde Sprachen und erinnert sich an Dinge, die sie gar nicht erlebt hat. Justin ist als Gastdozent in Dublin. Er ist verdammt einsam, würde das aber nie zugeben. Als er eine junge Frau trifft, die ihm ungewöhnlich bekannt vorkommt, ist er verwirrt - er kommt einfach nicht drauf, woher er sie kennen könnte ... 

MEINE MEINUNG

"Es ist wie mein Garten, Liebes. Alles wächst. Auch die Liebe. Und wenn die Liebe jeden Tag größer wird, wie kann man da erwarten, dass das Vermissen irgendwann nachlässt?"  S. 243 

Das Buch beginnt mit einem kurzen Prolog, der kurz nach Joyce's Unfall ist. Somit wird man als Leser direkt in das Geschehen "hineingeschmissen". Danach springt die Geschichte einen Monat zurück und uns wird in einigen wenigen Kapitel Justin vorgestellt.  Justin ist Gastdozent am Trinity College in Dublin für Kunstgeschichte und Architektur. Er liebt seinen Job und das merkt man: er geht richtig auf, wenn er von irgendwelchen Bildern und berühmten Künstlern aus der Vergangenheit oder alten Gebäuden referiert. Nach seiner Scheidung von seiner Frau ist er aber sehr einsam, was er aber niemals zugeben würde. Dadurch wirkt er manchmal verbittert. 

Nach der Vorstellung von Justin springt das Buch wieder in die Gegenwart und wir sind wieder bei Joyce. Ohne Umschweife knüpft das Geschehen an den Prolog an. Joyce wacht nach ihrem Unfall im Krankenhaus auf und ist vollkommen verstört. Zudem ist sie frustriert, traurig und hat den Glauben an wirklich alles in der Welt verloren. Allerdings hat sich auch etwas verändert: Sie kann plötzlich neue Sprachen sprechen, weiß eine Menge über Kunst und Archtitektur und hat Erinnerungen, die sie nicht zuordnen kann und die ganz offensichtlich nicht ihr gehören. Als Justin und Joyce sich das erste Mal begegnen, ist dieser Moment magisch.  Der eine kommt dem anderen nur allzu bekannt vor, aber keiner kann den anderen einordnen. Es ist als ob eine Anziehungskraft zwischen den beiden besteht, die beide zuvor noch nie erlebt haben. Seitdem denken beide immer wieder an diese Begegnung. Durch diese unsichtbare und dauernd anhaltende Verbindung zu Justin erkennt man Joyce als die Frau, die sie vor dem Unfall war: bodenständig, umkompliziert, lebensfroh. 

Der Schreibstil war so, wie man ihn von Cecelia Ahern gewöhnt ist - flüssig und verständlich mit guten und bildhaften Beschreibungen. Dabei wird das Buch abwechselnd aus der Sicht von Joyce und Justin erzählt. Der Übergang zwischen den Sichten ist dabei perfekt gelungen. Der Sichtwechsel gibt einem dabei allzu gute Einblicke in die Gedanken und Gefühle von beiden. Zudem gab es viele lustige Stellen was sicherlich 1. an Joyce's Vater lag, der mit seinen 75 Jahren mit der heutigen Welt komplett überfordert ist und 2. an  Justins Gedanken (wenn er mit jemanden redet, denkt er sich in kursiver Schrift meistens irgendwas dazu).

Zum letzten Drittel hin, wurde es mir aber einfach zu langweilig. Cecelia Ahern konnte die Spannung leider nicht halten und ich fand alles zu sehr in die Länge gezogen. Zudem wurde die Geschichte und das, was sich da zwischen Joyce und Justin abspielt einfach zu übertrieben und unglaubwürdig. Das Ende war dann leider auch nicht "der Knaller". Es kam zu schnell und war völlig ohne Gefühl, was ich bei Cecelia Ahern aber immer irgendwie erwarte, weil ich es bisher nicht anders kenne.

ABSCHLUSSWORT
Eine schöne und sicherlich gefühlvolle Idee der Autorin, die sie leider zum Ende hin nicht gut umgesetzt hat. Aber dennoch ist es eine schöne Geschichte zwischen Joyce und Justin,  die sich im Grunde schön und herzlich entwickelt, aber zum Ende hin leider komplett gefühllos wurde. 

4/5 Punkte

Fischer Kürger - 412 Seiten - Einzelband - TB - 9,99 EUR

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